Der Herbst kündigt sich an, draußen fisselt es oder das nächste Gewitter ist schon zu hören, Schaukel und Rutsche sind pitschnass, und spätestens beim dritten „Mir ist langweilig“ fragt man sich als Elternteil: Wohin bloß heute mit der Familie? Die Antwort steht mitten in Paderborn, trocken und warm, voller Technik zum Anfassen und mit einem Tagesablauf, der sich von ganz allein ergibt: erst eine Führung, dann eine Kaffeepause, dann ab ins interaktive Museum. Willkommen im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF), dem größten Computermuseum der Welt.
Wie so ein Tag im HNF aussehen kann, zeigen wir hier Schritt für Schritt.

Schritt 1: Erst die Führung: ohne Aufpreis und kinderleicht
Der Ausflug beginnt am besten mit einer Aufführung der beiden Roboterhunde Bit und Byte und der anschließenden Führung durch das Museum, denn diese ordnet ein, was einen später im Museum erwartet. Jeden Samstag und Sonntag um 14 Uhr zeigen die beiden Hightech-Tiere ihre Kunststücke, winken, geben Pfötchen und tanzen für die Besuchenden. Im Anschluss, samstags um 15 Uhr, bietet das HNF eine Familienführung an.
Für Aufführung und Familienführung ist keine Anmeldung nötig, die Führung ist im Museumseintritt inbegriffen, einfach hinkommen und mitlaufen.
Wer mit Baby oder Kleinkind unterwegs ist, hat außerdem die Möglichkeit, an ausgewählten Terminen an der Känguru-Führung teilzunehmen. Der Name ist Programm: Hier geht es ausdrücklich um Eltern mit den Kleinsten im Tragetuch oder Kinderwagen. Die Route ist komplett barrierefrei, große Aufzüge bringen alle bequem von Stockwerk zu Stockwerk, und Wickel- sowie Stillmöglichkeiten sind eingeplant. Wenn das Baby dabei mal quietscht oder brabbelt, ist das kein Problem, ganz im Gegenteil, das gehört dazu. Im Anschluss trifft man sich häufig noch auf einen Kaffee im hauseigenen Café, um sich auszutauschen.
Schritt 2: Kaffeepause im Café F7
Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt des Ausflugs: der Pause. Direkt im Erdgeschoss des HNFs wartet das Café F7, benannt nach der Computertaste und der Museumsadresse Fürstenallee 7. Hier gibt es Kuchen, belegte Brötchen sowie Getränke und Kaffee für zwischendurch. Auch die (Retro-)Konsolen mit anspielbaren Klassikern wie Super Mario 64 und Minecraft laden im großflächigen Foyer zum Innehalten ein. Der ideale Moment für Eltern, um durchzuatmen und einen Kaffee zu schlürfen, während die Kids sich auf die Konsolen stürzen und bevor es dann auf eigene Faust zurück in die Ausstellungen geht.
Schritt 3: Ab ins Museum: Zeitreise und Roboterkunst
Gestärkt geht es weiter zum nächsten Highlight: den Ausstellungen.
Die Sonderausstellung: Der Uhr auf der Spur (noch bis zum 30. Mai 2027)

Auf 800 Quadratmetern im dritten Obergeschoss dreht sich alles um das Thema Zeit. Dieser recht abstrakte Begriff wird für die Zielgruppe der Kinder von 3 bis 12 Jahren erlebbar gemacht und anschaulich erklärt.
Die Jüngsten (3 bis 7 Jahre) erkunden das kleine Städtchen „Jederzeit“ mit 14 Mitmachstationen: Sie begegnen einer Bäckerin, einem Gärtner, einer Feuerwehrfrau und lernen ganz nebenbei, dass jeder Beruf sein eigenes Tempo hat und dass Zeit von ganz unterschiedlicher Bedeutung für Menschen sein kann.
Die Älteren (8 bis 12 Jahre) unternehmen unterdessen eine Zeit-Expedition mit einem Armband zu fünf Stationen, an denen Fachleute aus Physik, Mathematik, Geschichte und Biologie ihre ganz eigene Sicht auf die Zeit erklären. Es wird viel angefasst, ausprobiert und entdeckt.
Lesen müssen die Kinder in dieser Ausstellung noch gar nicht können, denn die Geschichten werden als kleine Hörspiele aufbereitet und die Stationen sind kindgerecht und zugänglich gestaltet.
Zusammen mit meiner 3-jährigen Tochter war ich werktags bereits zweimal in der Ausstellung. Wir haben dort – im Anschluss an einen Kitatag – jeweils circa eine Stunde verbracht. Ein Highlight war die Bäckerei-Station, an der die Kinder versuchen müssen, den verschlafenen Bäcker zu wecken. Auch ohne etwas anzuhören, zu lesen oder überhaupt zu verstehen, gibt es sehr viel zu entdecken, was für meine Tochter genau das Richtige ist. Und: wir haben immer noch nicht alles gesehen! Verbunden mit einem Aufenthalt im Café unten, sowie einem Schnelldurchlauf durch die Hauptausstellung lässt sich dort locker ein regnerischer Nachmittag verbringen.
Auch eure Kinder können sich vorab schon ein Bild von der Sonderausstellung machen, denn das HNF hat auf seiner Internetseite die Podcast-Folge „Die Welt entdecken mit Eddy Erdmännchen“ bereitgestellt, in der Eddy selbst ein Abenteuer in der Ausstellung erlebt.
Den Podcast findet ihr unter folgendem Link:
https://www.hnf.de/ausstellungen/der-uhr-auf-der-spur.html
Die Dauerausstellung: Ein Museum, auf das Kinder wirklich Lust haben
Auch außerhalb der Sonderausstellung gibt es im HNF genug, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Ein Publikumsliebling: der Roboter Vincent im zweiten Obergeschoss. Er macht ein Foto von den kleinen und großen Besucher:innen und zeichnet daraus in weniger als zehn Minuten ein waschechtes Bleistiftporträt, ganz allein, mit echtem Stift auf echtem Papier. Ursprünglich war er ein ganz normaler Industrieroboter für Sortieraufgaben; das Museum hat ihn umprogrammiert und ihm das Zeichnen beigebracht. Das Ergebnis darf man als einzigartiges Souvenir mit nach Hause nehmen.
Auch die Telefonanlage mit Wählscheibentelefonen, die ausprobiert werden können, und eine ganze Wand aus Katzen, die mit einer Programmiertafel zum Tanzen gebracht werden kann, sind nur einige der vielen Stationen des Museums, an denen die Besuchenden selbst aktiv werden können.
Weiteres Highlight ist ein Roboter, der auf Wunsch, Musik abspielt und tanzt und Besucher:innen zum Mittanzen animiert. Auch die digital an die Wand projizierten Quizfragen, zu denen die Kinder entsprechend der favorisierten Antwort von Farbe zu Farbe hüpfen können, erzeugen strahlende Kinderaugen (und erinnern den ein oder anderen Elternteil sicherlich an die Kindersendung mit dem berühmten Spruch „1, 2 oder 3 – letzte Chance – vorbei!“).
Wer nach mehr Programm sucht, wird bei den museumspädagogischen Angeboten fündig: Von Workshops für verschiedene Altersgruppen über Robotik-Kurse bis hin zu Escape-Room-Rätseln findet ihr hier spannende Veranstaltungen. Ideal für Kindergeburtstage, Ferienprogramme oder einfach für Familien, die sich einen ganzen Nachmittag Zeit nehmen wollen.
Für Familien gemacht
Damit es nicht an der Logistik scheitert, hat das HNF vorgesorgt:
• Parken: Ausreichend kostenlose Parkplätze direkt vor dem Gebäude, dazu Ladestationen für E-Autos.
• Wickeln: Ein Wickelraum befindet sich im Untergeschoss.
• Barrierefreiheit: Große Aufzüge verbinden alle Etagen, ideal auch für Kinderwagen.
• Allwetter-Ausflugsziel: An heißen Tagen klimatisiert, an kalten und/oder regnerischen Tagen trocken und warm
Und zum Schluss: der nächste Kindergeburtstag?
Wenn die Kinder auf dem Heimweg schon fragen, wann es wieder ins „Robotermuseum“ geht, haben wir noch eine gute Nachricht. Denn auch der nächste Kindergeburtstag kann hier gefeiert werden! Für Kinder von 6 bis 15 Jahren bietet das HNF eine ganze Bandbreite an Workshops zur Auswahl, das Geburtstagskind bekommt ein kleines Geschenk obendrauf, und auf Wunsch lässt sich eine Führung dazubuchen. Gruppengröße: 5 bis 12 Kinder. Anmeldung über service@hnf.de oder telefonisch unter 05251 306-661.
Gut zu wissen
Adresse: Fürstenallee 7, 33102 Paderborn
Öffnungszeiten: Di–Fr 9–18 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr, montags geschlossen
Sonderausstellung "Der Uhr auf der Spur": bis 30. Mai 2027 zu sehen
Café F7: Di–Fr 11–16 Uhr, Sa–So 12–17 Uhr
Preise:
- Dauerausstellung: Erwachsene 10 €, ermäßigt 7 €, Familienticket 20 €
- Sonderausstellung: Erwachsene 7 €, ermäßigt 5 €, Familienkarte 14 €
- Kombi-Ticket: Erwachsene 12 €, ermäßigt 8 €, Familienkarte 24 €


















