Es gibt Freizeitparks, in denen kleine Kinder vor allem zuschauen. Und es gibt das Rasti-Land, wo schon Dreijährige mit in die Achterbahn dürfen.
Die Rucksäcke sind gepackt, die Brotdosen mit Gurken und Äpfeln gefüllt, die Brötchentüte liegt bereit. Auf der Fahrt wird noch ein bisschen gedöst, die letzten Kilometer nutzen wir, um Herbstlieder singend wach zu werden. Die Aufregung steigt. Bei allen, nicht nur bei den Kindern, denn heute soll es ins Rasti-Land gehen.
Das Erste, was wir sehen, ist der Tunnel kurz vor dem Rasti-Land. Ein paar Sekunden Dunkelheit, fast wie ein Portal in eine andere Welt. Die To-do-Listen, der volle Kalender, der Alltagsstress? Die bleiben einfach davor zurück. Heute ist einer unserer Lieblingstage. Das sind immer jene Tage, an denen einfach mal ganz oft unbeschwert „Ja!“ gesagt werden darf. Und das tut, wenn wir ganz ehrlich sind, auch uns Großen richtig gut.

„Dürfen wir das alles fahren?“
Es ist Samstag, kurz nach halb elf, als wir mit unserer Tochter (6) und unserem Sohn (3) den Park betreten. Ich war als Kind schon einmal hier. Viel weiß ich davon nicht mehr. Aber ich habe das Gefühl, dass uns dieser Tag lange in Erinnerung bleiben wird.
Unser erster Weg führt in die Einschienenbahn, die gemächlich über das Gelände gleitet. Ein Riesenrad, ein Ballon-Karussell, Burgen und Piratenschiffe ziehen unter uns vorbei, mit jeder Kurve steigt die Vorfreude. Was wir da noch nicht wissen: Von oben sieht man schon viel, aber längst nicht alles.
Dann kommt von den Kindern die Frage aller Fragen: „Dürfen wir das alles fahren?“ Und wir können antworten: „JA!“ Denn fast jedes Fahrgeschäft im Rasti-Land ist schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Das Strahlen in zwei Kindergesichtern: unbezahlbar.
Der Vormittag: sanft starten, hoch hinaus, gemeinsam
Wir starten ganz gemütlich mit Karussell, kleiner Eisenbahn und Tassen-Chaos. Im Laser-Planet wartet ein Parcours. Bei den hüpfenden Autos von „Jump Around“ kommt unser Sohn aus dem Kichern gar nicht mehr heraus. Danach geht es auf den kleinen Freifallturm und in die Boote.
Zwischendurch toben sich die beiden auf der Pirateninsel und dem Piratenspielplatz mit seinen Kletterröhren aus. Die Riesenschiffschaukel wird später zum Lieblingsfahrgeschäft unserer Tochter.
Unser Sohn fühlt sich riesig, weil er fast überall mitdarf. Unsere Tochter ist stolz, dass für sie kaum eine Attraktion tabu ist. Der Alters- und Größenunterschied zwischen den Geschwistern ist hier ganz häufig schon unerheblich. Sie können das zusammen erleben, strahlen einander an, teilen die Freude und kichern gemeinsam.
Die Abenteuerfahrt durch die Piratenstadt ist recht gruselig, da wurden zugegebenermaßen Augen und Ohren zugehalten. Zur Erholung geht es auf die Afrika-Foto-Safari und die Märchenfahrt, bevor uns der Kettenflieger hoch hinausträgt. Und plötzlich ist es schon Nachmittag.
Mittagspause mit Burgblick
Vor lauter Fahren haben wir das Mittagessen glatt vergessen: Erst um 15 Uhr kehren wir im SB-Restaurant zum Burgblick ein.
In der Wartezeit entdecken die Kinder den als mittelalterliches Dorf und Burg gestalteten Spielplatz, spielen Verkäufer und Bäcker, kochen etwas in der Dorf-Gaststätte und verirren sich gemeinsam in den Tunneln unter der Burg.
Dann wird aufgetischt: Burger, Pommes und Wedges mit Sour Cream, große Portionen, richtig lecker. Pappsatt und gestärkt geht es in die zweite Runde.

Der Nachmittag: Mutige Kinder und ein nasser Papa
Hinter dem Spielplatz warten Krawumm und das Drachenkarussell. Auf dem Jahrmarkt drehen wir Runden im Pferdekarussell, im kleinen Riesenrad und im Ballonkarussell, das wir am Morgen schon von oben gesehen haben. Das Highlight unseres Sohnes: die Mini-Achterbahn Holta di Polta.
Zum Schluss trauen wir uns an die größeren Bahnen: Familienachterbahn, Verrücktwärts und Bobkartbahn. Richtige, schnelle Bahnen, die trotzdem schon für jüngere Kinder geeignet sind. Der Wagen hält, und wir schauen ein bisschen besorgt nach hinten: Steigt da gleich jemand grün im Gesicht aus? Stattdessen hören wir von unserem Sohn nur ein einziges Wort, begleitet von einem breiten Grinsen: „NOCHMAL!“ Das Personal hat dafür ein Herz: Häufig gibt es die zweite, dritte oder sogar vierte Runde gleich obendrauf, meist mit einem witzigen Spruch.
Das Finale: die Wildwasserbahn. Papa sitzt ganz vorne. Papa wird nass. Und zwar komplett. Wir anderen, in Regenjacken gehüllt und hinter seinem Rücken versteckt, bleiben weitestgehend trocken. Der Lachanfall, der folgt, wird uns noch lange begleiten. Die übrigen tollen Wasserattraktionen haben wir an diesem herbstlichen Tag ausgelassen und trotzdem jede Minute gefüllt und ausgekostet.
Und wisst ihr, was das Schönste war?
Unser Sohn, 3 Jahre alt, wäre zu Beginn nicht in die Achterbahnen gestiegen, da bin ich mir sehr sicher. Aber als Resultat aus den vielen Stunden voller „JA, du darfst auch schon damit fahren“, ist er so gestärkt hervorgegangen, dass er auch diese Attraktionen selbstverständlich ausprobieren wollte.
Auf dem Rückweg
Um 17 Uhr verlassen wir den Park. Müde, glücklich und mit dem Wissen, dass wir jede Sekunde vollkommen ausgeschöpft haben. In den Armen halten die Kinder ihre Rasti- und Rastinchen-Kuschelfreunde, damit neben der Erinnerung auch ein kleiner Teil des Parks mit nach Hause kommt. Im Auto fällt uns auf: Wir sind den ganzen Tag über nicht aus dem Lächeln herausgekommen. Und genau dieses gemeinsame Erlebnis nehmen wir mit nach Hause.

Damit euer Tag im Rasti-Land genauso schön wird, haben wir hier alles gesammelt, was ihr vorher wissen solltet.
Für wen lohnt sich das Rasti-Land?
Wir empfehlen den Park besonders für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Für sie sind die allermeisten Attraktionen schon oder noch spannend. Die anderthalb Stunden Fahrt ab Paderborn lohnen sich als Tagesausflug auf jeden Fall. Plant aber genug Zeit ein: Ein Tag reicht kaum für alles.
Unsere Lieblingsattraktionen, wir haben abgestimmt:
- 3 Jahre: Mini-Achterbahn Holta di Polta
- 6 Jahre: Riesenschiffschaukel Santa Maria
- Mama: Verrücktwärts
- Papa: Familienachterbahn
Welche Attraktion ab welcher Größe und welchem Alter erlaubt ist, findet ihr in unserer Übersicht:
Stand: 18.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Es gilt die Beschilderung vor Ort.
Nach der Saison ist vor der Saison
Ihr schafft es dieses Jahr nicht mehr vor dem Saisonende am 25. Oktober? Kein Problem, denn in knapp zwei Monaten ist Weihnachten. Wusstet ihr das? Wie wäre es also, ein ganzes Jahr Ausgelassenheit zu verschenken?
Mit einer Jahreskarte geht es 365 Tage lang ab Erstellung so oft ins Rasti-Land, wie ihr möchtet, an allen Öffnungstagen der Saison. Kinder unter 3 Jahren sind immer kostenlos dabei.
- Familienjahreskarte (zwei Elternteile mit eigenen Kindern bis 17 Jahre): 150 € mit Kindern unter 3 Jahren, 214 € mit einem Kind, 279 € mit zwei Kindern, 343 € mit drei Kindern
- Alleinerziehenden-Jahreskarte (ein Elternteil mit eigenen Kindern bis 17 Jahre): 75 € mit Kindern unter 3 Jahren, 139 € mit einem Kind, 204 € mit zwei Kindern, 268 € mit drei Kindern
- Seniorenjahreskarte (ab 60 Jahren): 39,50 €. Sie kostet so viel wie ein einzelner Tageseintritt und lohnt sich damit schon beim ersten Besuch. Ideal für Großeltern, die mit den Enkeln mitkommen möchten.
- Geschenkgutschein: Für alle, die sich noch nicht festlegen möchten, gibt es Geschenkgutscheine.
Alle Jahreskarten und Gutscheine könnt ihr bequem im Online-Shop des Rasti-Lands kaufen, also auch jetzt im Winter.
Auch schön: Mit der Jahreskarte gibt es Rabatte in der Kids-Dinoworld nebenan und in mehreren Partnerparks wie BELANTIS oder dem Bayern-Park.
Und ab dem Frühjahr heißt es dann wieder ganz oft: „Ja, das dürft ihr alles fahren!“
Alle Infos zu den Jahreskarten findet ihr auf rasti-land.de.
Gut zu wissen
- Essen: Rund zehn Kioske, Imbisse und Restaurants mit fairen Preisen sind im Park verteilt. Es gibt Kindergerichte sowie vegetarische und vegane Optionen im SB-Restaurant.
- Spielplätze und Pausen: Neben den Fahrgeschäften gibt es große Spielplätze und Abenteuerbereiche sowie viele Sitzgelegenheiten zum Durchschnaufen.
- Wartezeiten: Ewig lange Schlangen gab es bei unserem Besuch nicht.
- Personal und Sauberkeit: Super freundliches Personal, und der Park war wirklich sauber.
- Toiletten und Wickeln: Es gibt viele Toiletten. Wickeltische sind auf der Karte des Parks markiert. Kindertoilettensitze und Tritthocker gab es auch.
- Wetter: Bei Gewitter ruht der Fahrbetrieb. An kühleren Tagen ist auch ohne Wasserattraktionen mehr als genug zu tun.
- Foto-Spots: Neun Foto-Spots, zum Beispiel „hinter Gittern“ oder im Reich des T-Rex. Wer seine Bilder einsendet, kann bis Jahresende beim Fotowettbewerb eine Familienkarte gewinnen.
- Parken: Das Parken ist kostenlos. Der Parkplatz hat allerdings nur eine Ein- und Ausfahrt. Zur Schließzeit wollen alle gleichzeitig los, also ein bisschen Geduld einplanen.
Was ist euer Liebling im Rasti-Land? Schreibt es uns!

Infos auf einen Blick
Adresse: Rasti-Land, Quanthofer Straße 9, 31020 Salzhemmendorf
Anfahrt ab Paderborn: ca. 1,5 Stunden mit dem Auto
Eintritt 2026 (Kasse): ab 12 Jahren 39,50 €, Kinder 3–11 Jahre 34 €, unter 3 Jahren frei
Online-Tickets: datierte Tickets teils günstiger
Parken: kostenlos
Öffnungszeiten: je nach Tag und Saison unterschiedlich, aktuell auf rasti-land.de
Saison: April bis 25. Oktober
Attraktionen: mehr als 45
Mehr zum Ausflugsziel: Rasti-Land in unseren Ausflugstipps
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.
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